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Leistenbruchoperationen

Die Leiste- von außen gesehen eher unscheinbar- ist mit einer der kompliziertesten anatomischen Regionen im Körper. Die kräftige Bauchdecke, die die inneren Organe zusammenhält, weist hier eine natürliche Lücke auf, um Nerven, Gefäße, Lymphbahnen und beim Mann dem Samenleiter den Durchtritt zu ermöglichen.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Heute wird in der Regel bei jedem Leistenbruch zu einer Operation geraten. Von alleine wird ein Leistenbruch meist nicht besser, sondern nimmt im Laufe der Zeit an Größe zu. Dabei besteht immer die Gefahr, dass sich der Bruch irgendwann "einklemmt" und dann eine wesentlich risikoreichere Notfalloperation vorgenommen werden müsste. Von den früher noch eingesetzten Bruchbändern wird abgeraten, da sie den notwendigen Eingriff nur verzögern und nicht sicher vor einer Einklemmung schützen.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Bei der Operation mit Schnitt gibt es verschiedene Techniken. Bei der Methode nach Shouldice wird oberhalb des Leistenbandes ein querverlaufender Hautschnitt gesetzt, von dem aus sich der Operateur einen Weg bis zu dem Bruchsack bahnt. Dieser wird eröffnet und der Inhalt zurück in den Bauchraum gedrückt. Dann wird der Bruchsack abgetragen und vernäht. Anschließend werden Teile der Bauchmuskulatur (Fascia transversalis) über die Lücke gezogen, doppelt vernäht und ein Muskelstrang unter dem Samenstrang hindurch angelegt. Auf diese Weise wird der innere Leistenring eingeengt und die Hinterwand des Leistenkanals gestrafft und verstärkt.

Bei der Methode nach Lichtenstein macht der Operateur einen etwa 6 cm langen Hautschnitt über der Ausstülpung. Der Inhalt des Bruchsacks wird zurückgedrängt und ein dünnes Kunststoffnetz aus Polypropylen mit der Bauchwandmuskulatur vernäht.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Nach dem Eingriff, werden wir Sie zu einer Kontrolluntersuchung in die Praxis bestellen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, können Sie sich gerne telefonisch melden.

Zum Schutz der operierten Leiste sollten Sie in den ersten Wochen nach dem Eingriff für zwei bis vier Wochen auf schwere körperliche Arbeit und das Heben von schweren Lasten verzichten. Die genaue Dauer der Schonphase hängt sehr von der verwendeten Methode ab. Ihr Arzt wird Sie genau darüber unterrichten, wann Sie sich wieder normal belasten, Sport treiben oder Intimverkehr haben dürfen.